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Verlauf

Lesen Sie hier mehr zu den Ursachen und Folgen von Bluthochdruck. In den anderen Kapiteln bieten wir Ihnen Hintergründe im Zusammenhang mit Bluthochdruck und geben einen Überblick dazu, wie Bluthochdruck bestimmt wird und wie der Arzt * die Ärztin mit Ihnen zusammen an der Erkrankung arbeiten wird.

Schweregrad: Wann spricht man von Bluthochdruck?

Blutdruck wird in der Einheit „Millimeter Quecksilbersäule“, kurz „mmHg“, gemessen.

Von Bluthochdruck spricht man, wenn
  • der systolische Blutdruck-Wert (obere Wert) bei 140 mmHg oder höher liegt oder
  • der diastolische Blutdruck-Wert (untere Wert) bei 90 mmHg oder höher liegt oder
  • beide Werte erhöht sind

Haben Sie selbst einen erhöhten Blutdruck gemessen oder lagen bei einer Kontrolluntersuchung die Blutdruckwerte im hochnormalen Bereich, sollten Sie diese in einem ärztlichen Gespräch einbringen und das weitere Vorgehen klären.

Bluthochdruck kann verschiedene Schweregrade annehmen (siehe Tabelle). Ab Grad 1 liegt Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) vor [3].

KategorieSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
Normal120-129und / oder80-84
Hochnormal130-139und / oder85-89
Hypertonie Grad 1140-159und / oder90-99
Hypertonie Grad 2160-179und / oder100-109
Hypertonie Grad 3≥ 180und / oder≥ 110
Isolierte systolische Hypertonie *≥ 140und< 90
* besteht dann, wenn die systolischen Werte erhöht sind, aber die diastolischen Werte im normalen Bereich liegen.

Blutdruck kann aber auch zu niedrig sein. Ein optimaler Blutdruckwert ist von Person zu Person unterschiedlich und sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen und Entstehung: Wie entsteht Bluthochdruck?

Bei Bluthochdruck wird zwischen zwei Formen unterschieden: einer primären und einer sekundären Form.

Primäre bzw. essentielle Hypertonie

Viele Menschen leiden an Bluthochdruck, ohne dass sich dafür eine bestimmte Ursache finden lässt. In diesem Fall spricht man von einem „essentiellen“ oder „primären“ Bluthochdruck. Von dieser Form sind 9 von 10 Patient*innen betroffen (91,4%) [14].

Die Entstehung des primären Bluthochdrucks hängt von verschiedenen Risiko- und Einflussfaktoren ab. Dabei spielt das Zusammentreffen verschiedener Gegebenheiten eine große Rolle. Mehr dazu erfahren sie in diesem Abschnitt unter „Risikofaktoren“.

Sekundäre Hypertonie

Verursacht eine andere (bisher vielleicht unentdeckte) Grunderkrankung einen hohen Blutdruck, spricht man von „sekundärer“ Hypertonie. Werden die Grunderkrankungen behandelt, hat dies gleichzeitig einen positiven Effekt auf den Blutdruck [15].

Zu den Hinweisen für eine sekundäre Hypertonie zählen z. B. sehr hohe Blutdruckwerte, die sich durch Medikamente nicht senken lassen. Auch Atemaussetzer im Schlaf können in der Folge zu einem erhöhten Blutdruck führen und sollten untersucht werden. [16]

Risikofaktoren

Es gibt Lebensgewohnheiten und -bedingungen (Risikofaktoren), die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine bestimmte Krankheit zu bekommen. Eine Häufung und das Zusammenwirken von mehreren Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen erheblich [17].

Folgende Risikofaktoren erhöhen die Gefahr, Bluthochdruck zu entwickeln:

Weitere Einflussfaktoren, die Bluthochdruck begünstigen können, sind z. B. männliches Geschlecht, zunehmendes Alter, Erbanlagen, ungesunde Ernährungsweisen (etwa viele Kalorien, hoher Salzkonsum), vorbestehende Grunderkrankung(en), Medikamenteneinnahme, Bewegungsmangel und Stress [19, 20].

Einige dieser Faktoren können Sie selbst beeinflussen. Um diesen Risikofaktoren entgegenzuwirken, finden Sie hier Tipps und Empfehlungen, was Sie selbst tun können.

Mögliche Folgen: Was passiert, wenn Bluthochdruck nicht behandelt wird?

Ein nicht entdeckter bzw. dauerhafter Bluthochdruck kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Organschäden führen. Je länger die Blutgefäße einem erhöhten Druck ausgesetzt sind, desto größer können die Schäden werden.

Mögliche Folgen von Bluthochdruck sind:

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Quellen

[1] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie – Langfassung, Version 1.0. 2023. Nachfolgend „NVL“.

[3] Williams B, Mancia G, Spiering W, et al.: ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. Eur Heart J 2018; 39(33):3021–104. Zugriff am 07.10.2022.

[7] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Bluthochdruck (Hypertonie) 2019. Zugriff am 07.10.2022.

[14] Holstiege J, Akmatov MK, Steffen A, et al. Diagnoseprävalenz der Hypertonie in der vertragsärztlichen Versorgung – aktuelle deutschlandweite Kennzahlen. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 20/01. Berlin 2020. Zugriff am 07.10.2022.

[15] NVL, Kapitel 3 Diagnostik, Sekundäre Hypertonie, S. 23f

[16] NVL, Kapitel 3 Diagnostik, Tabelle 6: Klinische Hinweise für eine sekundäre Hypertonie, S. 23f

[17] Franzkowiak P: BZgA-Leitbegriffe: Risikofaktoren und Risikofaktorenmodell. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2018. Zugriff am 07.10.2022.

[18] NVL, Kapitel 3 Diagnostik, Tabelle 3: Kardiovaskuläre Risikofaktoren, S. 13

[19] NVL, Kapitel 5 Therapieplanung, Abbildung 3: Blutdruck-Zielkorridor, S. 33

[20] NVL, Kapitel 6 Nichtmedikamentöse Therapie, alle Faktoren