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Nichtmedikamentöse Behandlung

Zur Lebensstiloptimierung hat die NVL verschiedene Empfehlungen ausgesprochen, die folgend in einer Übersicht aufgelistet werden [1]:

NVL-Empfehlungen
EmpfehlungEmpfehlungsgrad
TabakkonsumPersonen mit Hypertonie soll empfohlen werden, das Rauchen aufzugeben und passive Tabakexposition möglichst zu vermeiden.↑↑
SalzkonsumPersonen mit Hypertonie soll empfohlen werden, weniger als 6 g Kochsalz pro Tag zu sich zu nehmen.↑↑
Körperliche Aktivität, inaktivKörperlich inaktive Personen mit Hypertonie soll eine regelmäßige körperliche Aktivität in moderater Intensität empfohlen werden.↑↑
Körperliche Aktivität, aktiv *Personen mit Hypertonie, die körperlich aktiv werden wollen oder sind, sollte eine Belastungsuntersuchung empfohlen werden, aus der Intensität, Dauer und Art der Aktivität (z. B. Rezept für Bewegung) abgeleitet werden können.
Gewichts-managementAdipösen und übergewichtigen Patient*innen mit Hypertonie sollte eine Gewichtsreduktion empfohlen werden.
SchulungPersonen mit Hypertonie sollten strukturierte Schulungen zu Schlüsselthemen und Selbsthilfekompetenzen empfohlen und vermittelt werden:
– Selbstmessung des Blutdruckes (Therapie-Team werden: Blutdruck messen)
– Lebensstiloptimierung nach den hier aufgelisteten Empfehlungen
– Förderung des Krankheitsverständnisses (siehe Empfehlung 5-4 und Empfehlung 5-5)
– Vermittlung von Grundlagen der Pathopysiologie und der medikamentösen Therapie
– Selbstanpassung der medikamentösen Therapie (siehe Empfehlung 5-10)
– Wiedervorstellungsintervall
– Umgang mit Notfallsituationen
Alkoholkonsum
Personen mit Hypertonie sollte empfohlen werden, die Grenzen des risikoarmen Alkoholkonsums nicht zu überschreiten.
Entspannungs-verfahrenPersonen mit Hypertonie sollten Entspannungsverfahren empfohlen werden.
TelemonitoringAbhängig von individuellen Präferenzen und weiteren Faktoren (z. B. Komorbidität, motorische und kognitive Fähigkeiten) können Telemonitoring bzw. weitere digitale Angebote erwogen werden.

Mit der an der Uniklinik Freiburg entwickelten App tala-med Cardio bekommen Betroffene Unterstützung bei Lebensstiländerungen.
Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie: Kapitel 6 Nichtmedikamentöse Therapie, Empfehlungen 6-1 bis 6-9, S. 42-54

* Anmerkung der tala-med Herausgeber*innen: Aufgrund der wenig aussagekräftigen Evidenz zu Belastungsuntersuchung und potentiell entstehenden Arbeitsbelastung für Hausärzt*innen kann die Empfehlung kritisch gesehen werden. Nichtsdestotrotz sollte Personen mit Hypertonie, die körperlich aktiv werden wollen oder sind, eine angemessene Belastung (Intensität, Dauer und Art der Aktivität) empfohlen werden.

Wenngleich die Evidenz zugunsten von Ernährungsinterventionen keine Aussagen zur Wirksamkeit von Ernährungsumstellungen zulässt, kann sich Ernährung nach Ansicht der Leitliniengruppe günstig auf die Entstehung und den Verlauf von Komorbiditäten auswirken. Die Leitliniengruppe erachtet es zudem als möglich, durch eine ausgewogene und vor allem kalorienadaptierte Ernährung das Gewicht günstig zu beeinflussen, wenn diese mit Bewegung kombiniert wird und die Empfehlung der Gewichtsabnahme wertschätzend sowie ohne Stigmatisierung kommuniziert wird. Anhaltspunkte für eine Ernährungsumstellung können DASH und eine mediterrane Ernährung bieten [2].

Für weitere Ausführungen zur Lebensstiloptimierung können Sie die Patient*innen auf die Seite » Was kann ich selbst tun? verweisen.

Mehr dazu, wie Sie als Arzt oder Ärztin Ihre Patient*innen zu Lebensstiländerungen motivieren können, finden Sie unter » Arzt-Patienten-Gespräch.

Literatur

[1] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie – Langfassung, Version 1.0. Nachfolgend „NVL“. Kapitel 6: Nichtmedikamentöse Therapie. 2023.

[2] NVL Kapitel 6: Nichtmedikamentöse Therapie, S. 48 f.