Arbeiten sie nicht gegeneinander, sondern miteinander und werden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin * Ihrem Arzt zum Therapie-Team. Bringen Sie sich als Patient*in aktiv in die Behandlung sowie die Planung ein. Wenn beide Seiten die gemeinsam formulierten Absprachen kennen und sich auch daran halten, können die besten Therapieerfolge erzielt werden!
Planung mit dem Arzt * der Ärztin
Ein Termin beim Arzt ist häufig kurz. Um die Zeit optimal zu nutzen, ist das Gespräch im Idealfall in 3 Teile aufgeteilt:
- Patienten-Teil
- Arzt-Teil
- gemeinsamer Teil
Damit Sie aktiv bei Ihrer Therapie mitsprechen und mitwirken zu können, haben wir Ihnen unter » Mehr Mitsprache beschrieben, wie Sie am besten vorgehen können.
Im Gespräch

Im ersten Teil des Gesprächs dürfen Sie frei von Ihren Beschwerden berichten. Achten Sie dabei darauf, dass Sie Ihre Auffassungen, Befürchtungen und Erwartungen nennen.

Erst wenn Sie Ihre Schilderungen beendet haben, sollte im zweiten Teil der Arzt oder die Ärztin mit den medizinischen Fragen beginnen (z. B. Fragen nach Symptomen).

Um die Zeit gut einzuteilen, ist es wichtig, dass sich beide Seiten auf die Fragen konzentrieren, die für diesen Termin am wichtigsten sind [1]. Arbeiten Sie zusammen und werden Sie ein Therapie-Team!
Sehen Sie im folgenden Video, wie eine patientenzentrierte Konsultation ablaufen kann (mit negativem und positivem Beispiel).
Quelle: Untersuchungskurs der Uni Freiburg
Achten Sie im Gespräch darauf, dass die Kommunikation immer auf Augenhöhe geschieht. Für mehr Informiertheit und Selbstbestimmung können Sie hier zu Ihren Rechten als Patient*in, zu Kommunikation auf Augenhöhe und zu den ärztlichen Aufklärungspflichten nachlesen [2].
Ziele festlegen und erreichen

Lassen Sie sich verschiedene Behandlungsoptionen erklären und fragen Sie nach deren Risiken und Nutzen. Am Ende entscheiden Sie gemeinsam, wie weiter vorgegangen werden soll. Dabei sollten Therapieziele vereinbart werden, die an Ihre persönliche Situation angepasst sind und die sowohl von Ihnen als auch von Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin eingehalten werden sollten. Es ist wichtig, dass Sie Ihre mit den Ärzt*innen gemeinsam formulierten individuellen Blutdruckziele kennen. Damit können Missverständnisse, z. B. bei der Messung in einer anderen Praxis oder bei anderem Personal vorgebeugt werden [3].
Sprechen Sie mit dem Arzt * der Ärztin darüber, wie Sie die festgelegten Ziele am besten erreichen können. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Vereinbarungen einzuhalten, ist das nicht ungewöhnlich. Melden Sie sich in diesem Fall bei Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Im Laufe der Behandlung sollten die Ziele immer wieder neu angepasst werden, da sich diese durch die Änderung Ihrer individuellen Situationen oftmals verschieben können [3].
Medikamente kennen und richtig einnehmen
Häufig wird Bluthochdruck mit einer Kombination aus Lebensstiländerung und Medikamenten behandelt. Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie diese kennen und wissen, welche Effekte, Nebenwirkungen und Risiken sie haben. Nehmen Sie Ihre Medikamente gewissenhaft ein, so wie Sie es mit Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin besprochen haben.
Medikamente kennen
Wenn Sie mit dem Arzt * der Ärtzin über die Medikamente sprechen, wird er*sie Sie wahrscheinlich fragen, ob Sie bereits andere Medikamente nehmen. Das ist wichtig, denn manche Medikamente, auch pflanzliche, homöopathische oder nicht-verschreibungspflichtige Medikamente, können Wechsel- oder Nebenwirkungen haben. Das heißt, sie beeinflussen, wie die blutdrucksenkenden Medikamente aufgenommen werden und wie gut diese wirken können.
Beispiele für nicht-verschreibungspflichtige, pflanzliche Mittel sind etwa Herz-Kreislauf-Mittel (z. B. Crataegutt®, Weißdorn) oder Antidepressiva (Johanniskraut).
Es kann helfen, einen aktuellen Medikamentenplan zu führen, Ihre Medikamentenpackungen zu fotografieren oder zum Arzttermin mitzubringen – so vermeiden Sie Missverständnisse.
Beispiele für häufig verwendete Arzneimittel, die ein erhöhtes Risiko von Wechsel- und Nebenwirkungen aufweisen:
- Diuretika (Schwankungen der Elektrolyte u. a. Kalium u. Natrium)
- Psychopharmaka (Schwindel, Sturzgefahr)
- Opiate und andere zentral wirksame Analgetika (Sedierung, Atemdepression)
- Thrombozytenaggregationshemmer, ASS (Blutungen)
- Gerinnungshemmer wie Marcumar®, DOAK (direkte orale Antikoagulantien) (Blutungen)
- Schlafmittel / Sedativa / Anxiolytika (Atemdepression, Sedierung)
- Johanniskrautpräparate (Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten, unter anderem Gerinnungshemmern) [6].
Medikamente korrekt einnehmen
Besprechen Sie mit Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin genau, wie die blutdrucksenkenden Medikamente einzunehmen sind. Wenn nicht anders verordnet, müssen blutdrucksenkende Medikamente täglich eingenommen werden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie sich gerade eher fit oder eher krank fühlen. Wenn Sie also Medikamente verschrieben bekommen, ist es wichtig, dass Sie sie durchgehend, regelmäßig und in der empfohlenen Dosierung einnehmen. Stellt sich heraus, dass Sie die Medikamente nicht gut vertragen, melden Sie sich dazu in jedem Fall bei Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin.
Weitere Informationen über Hilfsmittel für die Anwendung von Medikamenten und was Sie selbst tun können, finden Sie auf patienten-information.de unter Medikamente sicher einnehmen.
Weitere Informationen über Blutdruckmedikamente finden Sie auf der Seite Behandlung unter Medikamentöse Therapie.
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Quellen
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