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Gewicht reduzieren

Übergewicht ist ungesund. Diesen Satz haben Sie so oder so ähnlich sicherlich schon einmal gehört. Insbesondere besteht ein klarer Zusammenhang zwischen erhöhtem Gewicht oder Adipositas und Bluthochdruck. Vor allem bei einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 wird stark empfohlen abzunehmen [1]. Berechnen Sie Ihren BMI hier.

Erhöhtes Gewicht und erhöhter Blutdruck

Übergewicht kann zu erhöhtem Blutdruck, hohen Cholesterinwerten sowie Diabetes mellitus führen. Als Folge davon entsteht Arteriosklerose, die das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht.

Bisher gibt es nur wenige aussagekräftige Studien darüber, ob Hypertonie-Patient*innen ihren Blutdruck senken können, indem sie abnehmen [3]. Allerdings zeigt die Erfahrung in Kliniken und Arztpraxen, dass Bluthochdruck und Übergewicht häufig miteinander zusammenhängen [1]. Wenn Patient*innen mit Bluthochdruck und Übergewicht abnehmen, kann es dazu führen, dass sie weniger blutdrucksenkende Medikamente einnehmen müssen. Verringern Sie Ihr Gewicht, wirkt sich das in der Regel positiv auf Ihre gesamte Gesundheit aus, nicht nur auf den Blutdruck.

Die Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie empfiehlt als besonders sinnvoll eine Kombination aus Kalorienreduktion und körperlicher Aktivität. Anregungen und mehr Informationen dazu finden Sie unter » Ernährung und » Bewegung.

BMI-Rechner

Eine gängige Möglichkeit, Übergewicht festzustellen, ist die Berechnung des BMIs.

Was das Ergebnis bedeutet:

unter 18,5Untergewicht
18,5 bis 25Normalgewicht
25 bis 30Übergewicht (Präadipositas)
30 bis 35Adipositas Grad I
35 bis 40Adipositas Grad II
Über 40Adipositas Grad III

Die anzustrebenden Werte für Frauen sind etwas geringer als die Werte für Männer. Der als normal geltende BMI steigt geringfügig mit zunehmendem Alter. Bei der Beurteilung des BMI sollte neben Alter und Geschlecht auch der Anteil der Muskulatur berücksichtigt werden.

Übergewicht überstrapaziert

Wenn Sie erhöhtes Gewicht haben, ist auch Ihr Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöht. Vor allem betreffen diese das Herz-Kreislauf-System. Aber auch Gelenke, Rücken und Stoffwechsel können leiden. Mit Übergewicht und Adipositas (BMI über 30) verbundene Krankheiten umfassen unter anderem:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Bluthochdruck
  • Stoffwechselstörungen, z. B. Diabetes, Nierenschäden, Fettleber (nichtalkoholisch)
  • Erkrankungen der Atmung, z. B. Asthma,

Starkes Übergewicht zu reduzieren kann eine Möglichkeit sein, Ihr Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall zu verringern. Häufig trägt Gewichtsabnahme auch zu einem höheren Wohlbefinden bei.

Bei Erwachsenen kann die Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung und Steigerung der körperlichen Aktivität dazu beitragen:

  • den Blutdruck zu senken
  • den Cholesterinspiegel zu senken
  • den Blutzuckerspiegel zu senken.

Psychische und körperliche Gesundheit

Das alltägliche Leben kann mit starkem Übergewicht beschwerlich sein. Schon mittelschwere Bewegungen wie Treppensteigen können anstrengend sein. Zudem sind Menschen mit Übergewicht häufig Vorurteilen und systematischen Benachteiligungen ausgesetzt. Nicht zuletzt entspricht der Körperbau bei Übergewicht nicht dem Schönheitsideal, wie es immer noch größtenteils in Fernsehen, Werbung und anderen Medien gezeigt wird. Für manche Menschen mit Adipositas ist es hilfreich, sich mit anderen Betroffenen zum Sport zu treffen oder sich in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen. [4]

Nicht selten ist Übergewicht auch mit seelischen Erkrankungen wie Depression, Essstörung oder starken psychischen Problemen verbunden. Auch Medikamente wie Psychopharmaka können den Stoffwechsel durcheinanderbringen und zu Übergewicht führen. Treffen mehrere solcher Probleme aufeinander, ist es ratsam diese gemeinsam zu betrachten und anzugehen und sich Unterstützung in Form professioneller Hilfe zu suchen. [4]

Das Ziel sollte sein, dass Sie sich mit sich selbst wohl fühlen. Die sogenannte Body Positivity sagt: Jeder Körperbau ist OK, ob groß oder klein, dick oder dünn. Versuchen Sie, mit sich und Ihrem Körper im Reinen zu sein. Abnehmen sollten Sie nicht wegen dem Äußeren oder Ihrem Umfeld, sondern wenn, dann weil Sie es für Ihre eigene Gesundheit so wollen.

Gewicht reduzieren

Wollen Sie Ihr Gewicht verringern, sollten Sie sich realistische Ziele setzen, die Sie motivieren und nicht überfordern.

Ziele staffeln

Gewichtsreduktion sollte immer durch Ernährungsumstellung in Verbindung mit Verhaltensänderung und regelmäßiger Bewegung erfolgen. Beginnen Sie mit kleinen Schritten und steigern Sie Ihre Ziele langsam. So haben Sie die größte Aussicht auf einen langfristigen Erfolg!

Das neue Gewicht zu halten, fällt oft schwer. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass es schwierig ist, langjährige Gewohnheiten nachhaltig zu ändern. Aber auch körperliche Faktoren wie die Änderung des Hormonhaushalts, Stoffwechselumstellungen und Abläufe im zentralen Nervensystem benötigen Zeit sich an den neuen Lebensstil zu gewöhnen. Setzen Sie Ihre Ziele zu schnell zu hoch, kann der sogenannte Jojo-Effekt auftreten. [4] Das führt insgesamt zu schnellem Wieder-Zunehmen nachdem schnell abgenommen wurde. Fangen Sie deshalb langsam an!

Haben Sie einen BMI von über 30 ist es von Vorteil, wenn Sie versuchen, ihr derzeitiges Gewicht innerhalb von sechs Monaten um 10 % zu verringern [5]. Das bedeutet: Liegt Ihr Gewicht heute bei z. B. 90 kg (bei einem BMI über 30), versuchen Sie innerhalb der nächsten sechs Monate 9 kg abzunehmen (erstes Zielgewicht: 81 kg). Haben Sie dabei Erfolg und liegt ihr BMI weiterhin über 30, ist eine weitere Gewichtsabnahme sinnvoll.

Wenn Ihr BMI bei 30 oder höher liegt, berechnen Sie hier Ihr Zielgewicht:

Unterstützung kann helfen

Ernährungsumstellung mit einer Verringerung der Kalorienzufuhr und regelmäßige Bewegung können Ihnen dabei helfen, Ihr Gewicht zu reduzieren und langfristig zu halten. Eine therapeutische Begleitung oder eine Selbsthilfegruppe kann Sie bei diesem Vorhaben unterstützen.

Nicht nur das Abnehmen selbst, auch Begleitfaktoren sind wichtig. Es existiert eine Vielzahl von Ratgebern und Diäten. Wenn Sie davon Gebrauch machen möchten, achten Sie bei Ihrer persönlichen Wahl auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung und die langfristige Umsetzbarkeit in Ihren Alltag [4]:

  • Wie kann ich die Ernährungsumstellung in meinem Alltag umsetzen?
  • Wie kann ich mit Misserfolgen umgehen oder mit Umständen, die ich nicht ohne weiteres in der Hand habe (wie etwa in der Arbeitssituation)?
  • Wie gelingt es mir, das neue Gewicht über lange Zeit zu halten und alte Gewohnheiten zurückzulassen?

Die meisten Krankenkassen bieten spezielle Programme zur Gewichtsreduktion an. Manche Krankenkassen arbeiten mit kommerziellen Anbietern vor Ort zusammen und übernehmen einen Teil der entstehenden Kosten. Für Patient*innen mit Rücken- und Gelenkschmerzen oder starkem Übergewicht bieten sich häufig Bewegungsübungen im Wasser bzw. Schwimmen sowie Nordic Walking an.

Informationen zum Herunterladen

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PDF: Gewicht reduzieren

Quellen

[1] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie – Langfassung, Version 1.0. 2023.

[2] Weltgesundheitsorganisation (WHO): WHO European Regional Obesity Report 2022. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe, 2022. S. 16-17. Zugriff am 07.10.2022

[3] Semlitsch T, Krenn C, Jeitler K, Berghold A, Horvath K, Siebenhofer A: Langzeitwirkung gewichtsreduzierender Diäten bei Personen mit Bluthochdruck. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, Issue 2. Art. No.: CD008274. Zugriff am 07.10.2022

[4] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Starkes Übergewicht (Adipositas). Zugriff am 07.10.2022

[5] DECADE: Info-Broschüre zur Herz-Kreislauf-Prävention im Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Freiburg.

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