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Rauchen

Nach dem Essen, beim Warten auf den Bus, in Gesellschaft vor der Kneipe: Eine Zigarette gehört für Viele dazu. Die meisten Raucher*innen versuchen aber irgendwann, mit dem Rauchen aufzuhören. [vgl. 2] Und das aus gutem Grund: Tabakkonsum ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck.

Lesen Sie hier zunächst etwas über die möglichen Folgen von Rauchen. Danach geben wir Ihnen Ideen an die Hand, wie ein Rauchstopp gelingen kann.

Was passiert, wenn ich weiter Zigaretten rauche?

Jede Zigarette, die Sie pro Tag mehr rauchen, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei mehr als 20 Zigaretten täglich ist das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen, 2,3-mal höher als bei Menschen, die nicht rauchen [4].

Menschen, die bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einer Gefäßverengung, oder an Diabetes mellitus erkrankt sind oder die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, setzen sich einer hohen Gefahr aus, wenn sie weiter rauchen. Die Krankheit wird bei weiterem Tabakkonsum meistens schnell schlimmer, die Lebensqualität kann schnell sinken [4].

Obwohl die meisten Menschen wissen, dass Zigaretten sehr schädlich sind, raucht in Deutschland etwa jede vierte Person über 14 Jahren (25 %). Einer der Gründe dafür ist, dass Rauchen stark abhängig macht. Die meisten Menschen, die rauchen, benötigen mehrere Versuche, bis sie es schaffen endgültig mit dem Rauchen aufzuhören [4].

Nichtrauchende werden

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass es wirkungsvolle Möglichkeiten gibt, den Rauchstopp zu unterstützen. Haben Sie das Rauchen eingestellt, sinkt das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, innerhalb von zwei Jahren auf nahezu dasselbe Ausmaß wie bei Nichtrauchenden [4].
Es lohnt sich in jedem Alter, mit dem Rauchen aufzuhören!

Positive Auswirkungen des Rauchstopps auf den Körper

Hören Sie jetzt auf zu rauchen, so hat das sofort positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit:

  • Bereits nach zwei Tagen verbessern sich Geruchs- und Geschmackssinn.
  • Nach zwei bis zwölf Wochen stabilisiert sich der Kreislauf und die Lungenfunktion verbessert sich.
  • Nach einem rauchfreien Jahr vermindert sich das Risiko, an den Herzkranzgefäßen zu erkranken, um die Hälfte.
  • Nach zwei Jahren sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt fast auf den Normalwert.
  • Auch das Risiko anderer Erkrankungen, die durch Rauchen verursacht werden, können Sie durch einen Rauchstopp verringern. Sie gewinnen zudem an Lebensqualität! [4]

Mit dem Rauchen aufzuhören ist nicht einfach! Von den Rauchenden, die versuchen alleine aufzuhören, gelingt es nur 10 von 100 Personen, zwischen 6 und 12 Monate lang rauchfrei zu bleiben. Deshalb wurden verschiedene Möglichkeiten getestet, Rauchende darin zu unterstützen, das Rauchen zu beenden. Die Kombination von Nikotinersatz und einer professionell geleiteten Einzel- oder Gruppentherapie zur Entwöhnung hat sich als die erfolgreichste Möglichkeit ergeben, das Rauchen zu beenden. [4]

Tabak-Erhitzer und E-Zigaretten: Für den Übergang Eventuell Hilfreich, langfristig nicht zu empfehlen

Manche Menschen, die rauchen, versuchen auch mit Tabakerhitzern die körperlichen Schäden zu minimieren – denn das Aerosol der Erhitzer enthält weniger Schadstoffe als Zigarettenrauch [2]. Genau so wird häufig zur E-Zigarette gewechselt. Diese erleichtert für viele Anwender*innen den Übergang zum Nichtrauchen [5]. E-Zigaretten gibt es zudem mit und ohne Nikotin. Wenn Tabakerhitzer oder E-Zigaretten mit Nikotin verwendet werden, können Sie die körperliche Sucht auf diese Weise nicht wirklich verringern. Ein Vorteil von E-Zigaretten im Vergleich zu Tabak liegt darin, dass der Nikotingehalt frei gewählt werden kann. Das ermöglicht z. B. ein schrittweises Reduzieren bis hin zum kompletten Weglassen. Als Übergang zum Nichtrauchen können Tabakerhitzer und E-Zigarette hilfreich sein, sind dabei aber nicht risikofrei. Ob die Alternativen zur klassischen Zigarette insgesamt wirklich weniger schädlich sind, muss noch weiter erforscht werden [2].

Wie auch bei anderen Lebensstiländerungen ist es wichtig, dass Sie bei der Beendigung des Rauchens Ihren ganz persönlichen Weg finden. Folgende Maßnahmen können Ihnen dabei helfen, Ihr Ziel umzusetzen:

Ohne jegliche Unterstützung

Wenn Sie keine Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, sind die Erfolgsaussichten im Durchschnitt eher gering. Bessere Chancen haben Sie, wenn Sie mindestens eine oder mehrere der nachfolgenden Vorschläge ausprobieren.

Beratung, Therapie und Selbsthilfeprogramme

Diese Maßnahmen haben im Schnitt mittlere bis gute Erfolgschancen.

  • Telefonische Beratung
  • Persönliche Beratung vor Ort
  • Verhaltenstherapeutische Gruppentherapie
  • Verhaltenstherapeutische Einzeltherapie
  • Selbsthilfeprogramme im Internet
  • Selbsthilfeprogramme vor Ort

Rezeptfreier Nikotinersatz

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin über die Anwendung und Dosierung!

  • Nikotinkaugummi: Empfohlen bei 5–15 Zigaretten täglich.
  • Nikotinpflaster: Empfohlen bei 10–40 Zigaretten täglich.
  • Nikotinnasenspray: Empfohlen bei mehr als 30 Zigaretten täglich.
  • Kombination von Kaugummi und Pflaster oder Kaugummi und Spray: Nur empfohlen bei starker Abhängigkeit und mehr als 30 Zigaretten täglich. Dauer der Anwendung begrenzt.

Sonstiges

Weitere Möglichkeiten, bei denen in Studien jedoch kein gesicherter Erfolg nachgewiesen werden konnte, sind:

  • Akupunktur
  • Hypnose

Auch verschreibungspflichtige Medikamente mögen geeignet erscheinen. Sie können allerdings mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden sein. Eine strenge Abwägung von Nutzen und Risiko ist notwendig. Auch hier sollten Sie sich mit Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin gewissenhaft besprechen!

Besonders wirksam werden die oben genannten Maßnahmen, wenn Sie mehrere kombinieren. Die besten Erfolgschancen haben Sie in der Regel bei einer Kombination von Nikotinersatz und intensiver Beratung oder verhaltenstherapeutischen Maßnahmen.

Schwierigkeiten beim Rauchstopp sind völlig normal

Den Rauchstopp zu versuchen ist der erste wichtige Schritt, dranzubleiben häufig der schwierigste. Wenn Sie im Lauf der Tabakentwöhnung auf Probleme stoßen, besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin. So können Sie gemeinsam nach Lösungen suchen. Mehr zur Zusammenarbeit zwischen Arzt * Ärztin und Patient*in finden Sie unter »Therapie-Team werden.

Weiterführende Anregungen und Hintergründe finden Sie zudem auf der Website rauchfrei-info.de/ der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.

Informationen zum Herunterladen

Wenn Sie die Informationen auf dieser Seite abspeichern möchten, können Sie sie als PDF herunterladen. Klicken Sie dafür auf die Grafik.

PDF: Rauchstopp

Quellen

[1] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie – Langfassung, Version 1.0. 2023.

[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): E-Zigaretten oder Tabakerhitzer: Weniger schädlich als Zigaretten? Zugriff am 07.10.2022.

[3] https://www.rauchfrei-info.de/

[4] DECADE: Info-Broschüre zur Herz-Kreislauf-Prävention im Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Freiburg.

[5] Kotz D, Jackson S, Brown J & Kastaun S: Effektivität von E-Zigaretten bei der Tabakentwöhnung. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 297-301.

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